Der Enkel

Rollenspiele

Rollentausch

In dem ersten Bild habe ich mich in die Rolle meiner verstorbenen Großmutter versetzt. Außerdem habe ich mich wieder in meine damalige Kinderrolle hineinbegeben. Somit ist ein doppeltes Rollenspiel in Kombination mit einer Zeitreise entstanden.

3 Generationen Deutschland

Im zweiten Foto geht es um die Generationen vor uns. Sie stehen hinter uns, beobachten und bewerten uns. Eine Vielzahl dieser Persönlichkeiten bewohnt bereits das Jenseits. Das scheint ihre Macht über uns nicht zu schmälern. So sehe ich das Prinzip der Familienskulptur nach Virginia Satir, umgesetzt mit meinem Vater in seiner Rolle als 17-jähriger Marinesoldat, meinem Großvater in seiner Rolle als Polizist in Königsberg (heute Kaliningrad) und mir als Fotograf. Ich lebe noch.

Wir schaffen das

Das dritte Foto handelt von den Mächtigen. Die Presse lässt uns die Mächtigen der Gesellschaft vertraut erscheinen. Sie wirken wie ferne Mitglieder unserer Familie, von denen wir nur hören, wenn sie in Schwierigkeiten sind. Wenn uns delikate Informationen erreichen, geht einem unwillkürlich durch den Kopf, dass man alles schon geahnt hatte. Die subjektive Gewissheit, alles besser hinbekommen zu können, hinterlässt ein wohliges Gefühl der Überlegenheit. Vielleicht könnten wir tatsächlich alles besser, aber wir wissen es nicht, denn wir bleiben den Beweis schuldig, denn wir sind Mitglieder einer anderen Kaste und bleiben ausschließlich Zuschauer.

10.000 Gesichter

Bild vier beschäftigt sich mit dem Ermittler. Die Einsamkeit der Ermittler und die Übermacht des Verbrechens wurden schon häufig dramatisch in Szene gesetzt und von Kameraleuten meisterhaft beleuchtet. Die Verhörsituation gehört dabei zum Standardrepertoire jedes Krimis. Der Interviewer will unbedingt etwas herausbekommen und bedient sich dabei mannigfaltiger Methoden.